Alltag & Job · 5 Min. Lesezeit
Rauchen in der Arbeitspause: Pause behalten, Zigarette abgeben
Für viele ist die Raucherpause der einzige Moment am Arbeitstag, in dem wirklich nichts erledigt wird. Rausgehen, durchatmen, kurz reden, den Kopf leeren. Wer aufhören will, hat deshalb oft eine berechtigte Sorge: Verliere ich damit meine Pausen – und den Kontakt zu den Kollegen?
Warum die Pause mehr ist als die Zigarette
- sie unterbricht die Aufgabe und senkt Anspannung
- sie bringt Bewegung und frische Luft
- sie ist ein sozialer Treffpunkt – oft über Abteilungen hinweg
- sie ist legitimiert: niemand fragt, warum du draußen stehst
Genau deshalb ist es ein Fehler, die Pause mit der Zigarette zusammen zu streichen. Wer beides auf einmal aufgibt, verliert Erholung und Kontakte – und rechnet innerlich schnell wieder mit dem alten Muster. Warum die Zigarette überhaupt beruhigend wirkt, steht im Beitrag Rauchen bei Stress.
Die Pause bleibt – der Inhalt verändert sich
Gleicher Ablauf, andere Handlung
Halte Uhrzeit, Ort und Dauer zunächst gleich. Nur die Handlung wird ersetzt: Wasser oder Kaffee mitnehmen, eine kleine Runde gehen, bewusst lang ausatmen, mit den Kollegen mitgehen und nicht rauchen. Das fühlt sich in den ersten Tagen ungewohnt an und wird schnell normal.
Selbstbestimmt statt verboten
„Rauchfrei ohne Druck“ verbietet keine Situation. Du zählst in der ersten Woche nur mit und siehst dann, welcher Anteil deines Konsums auf Arbeitspausen entfällt. Ab Woche 2 arbeitest du mit einem Tageslimit auf Basis deines echten Durchschnitts – und entscheidest selbst, in welchen Pausen die Zigarette noch Platz hat. Durch die langsame Reduktion verliert sie ihre Rolle nach und nach, statt von einem Tag auf den anderen verboten zu sein. So musst du die Situation nicht meiden und behältst deine Kollegen.
Praktische Hilfen für den Arbeitstag
- Pausen im Kalender blocken, damit sie nicht ausfallen
- Zigaretten nicht am Arbeitsplatz aufbewahren
- einen festen Pausenablauf haben: raus, trinken, gehen, zurück
- eine zweite Pausenrunde ohne Rauchergruppe einführen
- nach einem stressigen Termin bewusst zwei Minuten gehen
Fazit
Du musst keine Pause opfern, um rauchfrei zu werden. Die Pause ist der Teil, der dir gut tut – die Zigarette ist nur das, was sich zufällig dazugesetzt hat.
Häufige Fragen
Muss ich meine Raucherpause streichen, wenn ich aufhöre?
Nein. Die Pause ist der wertvolle Teil: Unterbrechung, frische Luft, Austausch mit Kollegen. Sinnvoller ist, die Pause zu behalten und die Zigarette darin schrittweise überflüssig zu machen.
Wie gehe ich damit um, dass die Kollegen weiterrauchen?
Mitgehen, ohne zu rauchen, funktioniert für viele überraschend gut – die Gesellschaft bleibt, die Handlung fällt weg. Ein Getränk oder Kaugummi in der Hand hilft in den ersten Tagen.
Was, wenn die Pause ohne Zigarette komisch wirkt?
Das ist normal und legt sich meist nach einigen Wiederholungen. Ein klarer Ablauf hilft: rausgehen, trinken, ein paar Schritte, zurück.
Muss ich das sofort umstellen?
Nein. Erst zählen, dann verändern. Wenn du weißt, wie viele deiner Zigaretten Pausenzigaretten sind, kannst du einzelne Pausen bewusst rauchfrei gestalten.